Unsere Reise durch die Türkei

Jetzt ging es also von Istanbul einmal quer durch die Türkei an deren südöstlich gelegene Landesgrenze zum Iran. Vielen ist dieses riesige Land hauptsächlich für seine schönen Strände am Mittelmeer, für dessen atemberaubend schöne Metropole Istanbul oder vielleicht noch für geschichtlich bedeutende Städte wie Ephesus bekannt. Dass aber auch der Norden mit seinem Zugang zum Schwarzen Meer ein paar Schmuckstücke zu bieten hat und der Osten der Türkei mit einer unvergleichlich tollen Berglandschaft besticht haben nur wenige auf dem Schirm.

Am Samstag den 17.11 (Tag 35) haben wir noch spät abends nach dem Verteilen des Essens mit Sefkat-der Istanbul und dessen Umgebung verlassen, um uns nicht tagsüber durch den Verkehr kämpfen zu müssen. Unsere Route führte uns über das malerisch schöne Küstenstädtchen Amasra und die etwas bekanntere Großsstadt Samsun nach Trabzon, wo wir für etwa fünf Tage unser Lager aufschlugen. Amasra ist gerade im Sommer ein gut besuchtes Urlaubsziel für Einheimische. Das farbenfrohe Stadtbild, der durch eine alte Burgmauer unterstrichene antike Flair sowie der etwas gemächlicher stattfindende Alltag der 15.000 Einwohner umfassenden Ortschaft haben uns sofort zugesagt und verschaffte uns einen erwünschten Tapetenwechsel zum schnellen Großstadtleben Istanbuls. Da die Strecke bis in den Iran noch weit war und wir den Drang verspürten mal wieder etwas Zeit in der Natur zu verbringen, sind wir zügig Richtung Samsun aufgebrochen, um dort nach einem kurzen Boxenstopp, den wir zum Waschen unserer Wäsche und dem Besuch des stadtbekannten Atatürk Museums nutzten, noch am selben Tag zum Shahinkaya Canyon weiterfahren zu können. Dort angekommen liesen wir uns durch das schlechte Wetter unsere gute Stimmung nicht vermiesen und nutzten die Gunst der Stunde, um eine „privat Tour“ durch die schmalen Wasserwege entlang der steil abfallenden Felswände genießen zu können.

Das nächste Ziel lautete schließlich Trabzon. Wie so oft auf unserer bisherigen Reise hatten wir auch hier das Glück sehr zentrumsnah für kleines Geld an einem Parkplatz stehen zu können, wodurch wir die Stadt problemlos zu Fuß auskundschaften konnten.
Wir nutzten unseren etwas längeren Aufenthalt, um uns bei einem traditionellen Hamam Besuch verwöhnen zu lassen und um auf den Straßen der Stadt für ein paar Lächeln zu sorgen.

Unsere weitere Route führte uns anschließend ins ostanatolische Hochland. Dort wartete nicht nur eine beeindruckende Landschaft auf uns, sondern auch ein abenteuerliches Intermezzo mit einer Maus, die es sich in unserem Camper gemütlich machen sollte. Über die Plattform „Couchsurfing“ erhielten wir die Möglichkeit unsere Zeit in Erzurum in einer Studenten-WG gemeinsam mit drei Einheimischen verbringen zu können. Es waren sehr unterhaltsame Tage, in denen wir das örtliche Ski-Opening besuchten, nachts um 12 Uhr für eine Stunde mit den Kumpels unserer Mitbewohner auf dem Fußballplatz zauberten und wie immer ein paar WeCare-Parkete in den Straßen verteilten. Erzurum ist eine der größten Städte der Osttürkei und befindet sich an der Grenze zum kurdischen Teil des Landes. In diesen brachen wir nach einem viertägigen Aufenthalt auf und quartierten uns für die letzten Tage unseres Türkei Aufenthalts in Van bei unserem sehr fürsorglichen Gastgeber Kevin ein, den wir ebenfalls über Couchsurfing kennen gelernt haben. Dadurch, dass er noch bei seinen Eltern wohnt, hatten wir die Chance ein Teil einer kurdischen Familie zu werden, was uns wieder eine außergewöhnliche Erfahrung reicher machte. Zudem nahm er uns zu einer Englisch Vorlesung an seiner Uni mit und stellte den Kontakt zu fünf sehr armen Familien her, die wir während unseres Aufenthaltes besuchen und mit Spenden versorgen sollten.

Nach diesen drei ereignisreichen Tagen begaben wir uns Richtung iranische Grenze, an der unsere weiteren Reisepläne auf den Kopf gestellt werden sollten.

Es waren tolle Wochen in einem Land, das uns im Vorfeld so bekannt schien, aber doch mit so vielen unbekannte und wunderbaren Überraschungen aufwarten sollte.

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