Paragliden in Nepal

Nach 20.000 km Fahrt und dem Durchqueren von elf Ländern war es endlich soweit und ich konnte das erste Mal Paragliden gehen. Allein für diese zwei Tage hat es sich gelohnt die sperrige Ausrüstung seit über vier Monaten rumzukutschieren. In der „Babu Adventure School“ in Pokhara habe ich den Papierkram für das nötige Permit erledigen können sowie die Startgebühr für das Fluggebiet entrichtet. Die Wetterprognose für die nächsten zwei Tage war auch herrlich, sodass dem Fliegen eigentlich nichts mehr im Wege stand. Nachdem sich Luca für sein anstehendes Trekking in Richtung Naya Pul aufgemacht hatte, machte ich mich auf den Weg in das etwa 75 km südlich gelegene Sirkot. Trotz der überschaubaren Entfernung sollte die Fahrt drei Stunden in Anspruch nehmen. Für die letzten zehn Kilometer mussten abends um acht Uhr in der Dunkelheit auf einer Schotterstraße noch 800 Höhenmeter überwunden werden, um mich oben angekommen dann im Babu Adventure HQ einquartieren zu können. So abenteuerlich die Anfahrt war, so einzigartig war die Lage des Resorts. Einen Steinwurf vom Gipfel entfernt, hatte man eine traumhaft schöne Aussicht auf die umliegenden Täler und die Schneebedeckten Berge des Himalayas.

Mit einer gehörigen Portion Anspannung und von einem ausgiebigen Frühstück gestärkt, ging es am nächsten Morgen auf eben diesen nahegelegenen Gipfel, in dessen Umgebung sich schon eine Hand voll Paraglider bereit machten, um starten zu können, sobald die Windbedingungen richtig sein sollten.

Zuverlässig wie fast immer drehte gegen elf Uhr der Nordwind zu einem konstanten Südwind, sodass sich auf dem südlich ausgerichteten Startplatz die ersten Piloten auf den Weg in die Luft machen konnten. Da der Startplatz extrem kurz ist und ich dort noch nie geflogen bin, beobachtete ich erstmal die anderen Piloten bei ihren Starts und ließ mich währenddessen über die Besonderheiten des Fluggebiets aufklären. Als es so weit war und ich meinen Schirm auslegte, sollte die Aufregung nochmal ein gutes Stück steigen, gerade weil ich auch ein halbes Jahr nicht mehr geflogen bin. Zum Glück verlief aber alles reibungslos. Der erste Flug war lediglich ein „Abgleiter“, bei dem es in erster Linie darum ging etwas mehr Sicherheit zu bekommen, sowie die Besonderheiten des Fluggebiets und den Landeplatz kennen zu lernen.

Unten angekommen hieß es Schirm zusammenpacken und ab in die nächste kleinere Ortschaft, um dort Mittag essen zu können und auf den Jeep zu warten, der mich und alle anderen, die wieder rauf auf den Berg wollen, gegen 15:00 Uhr aufgabeln und auf einer zweistündigen Fahrt zurück ins Camp bringen sollte.

Da es sich bei dem Jeep um einen Pickup mit lediglich 5 Sitzplätzen handelte, war es hier selbstverständlich, dass alle zusätzlichen Passagiere entweder auf der Ladefläche oder am Dach mitfahren sollten. Ich sicherte mir natürlich einen Platz auf dem Dach des Fahrzeugs, um von dort die holprige Fahrt genießen zu können.

Das es nur ein Mal am Tag die Möglichkeit gibt, wieder rauf auf den Berg zu kommen und eben diese Fahrt nicht gerade schnell ging, war für einen Anfänger wie mich lediglich ein Flug am Tag möglich.

Nach einem entspannten Abend mit den anderen Campbewohnern, einer erholsamen Nacht und dieses Mal mit ein bisschen mehr Mut im Gepäck, machte ich mich auf zu meinem zweiten Flug. Der Wind am Startplatz war zwar ein gutes Stück stärker, aber durch die Starthilfe eines flugerfahrenen Locals schließlich doch kein all zu großes Problem. Gleich nach dem Start war schon zu erahnen, dass das heute ein wirklich langer Flug werden könnte. Durch die extrem guten Bedingungen, standen an ein paar vorhersehbaren Punkten Thermiken am Berg, die mich immer wieder schon fast aufzugähnlich um ein paar hundert Meter nach oben befördern sollten. Die Aussicht von dort oben war einmal mehr unbeschreiblich und nach etwa 1,5 Stunden steuerte ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf den Landeplatz zu. Es war wirklich herrlich!

Zurück im Camp verbrachte ich den Abend damit, mich mit Goma, der Mitte zwanzig jährigen Schwägerin Babu’s und Managerin des Camps über unsere jeweiligen Flugerfahrungen auszutauschen. Am nächsten Morgen ging es um eine tolle Erfahrung reicher zurück nach Pokhara, um mich dort wieder mit Luca zu treffen. Dass Luca alles andere als planmäßig und erst mit 16 stündiger Verspätung aus Naya Pul zurückkommen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blog.. 😉

 

2 thoughts on “Paragliden in Nepal

  1. Luca I am so happy that you got to paraglide in one of the most beautiful places on the planet. Good on ya, as the Aussies say.

    Wishing you safe traveling on the rest of your trip.

    Margaret

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