Kleine Weihnachtsüberraschung

Weihnachtsbescherung für die Kinder eines kleinen Dorfes außerhalb Teherans

Mit der Hilfe von ein paar äußerst freundlichen Ladenbesitzern berieten wir uns ausgiebig über mögliche Spielzeugideen für die Kinder. Nachdem wir erklärt hatten, worum es bei Travel for Smiles geht, bekamen wir sogar noch einen Rabatt von 15% auf unseren Einkauf, was bei dem ohnehin schon sehr niedrigen Preis eine aufrichtige Geste war. Beladen mit Sprungseilen, Malbüchern, Stiften, Puzzlen, Puppen, Matchboxautos, Kartons voll Domino-Steinen, Büchern und Fußbällen, fuhren wir am Folgetag etwa eineinhalb Stunden aus Karaj in das kleine Dorf Haji Abad.

Dort angekommen waren wir ein wenig nervös, da wir solch eine Aktion noch nie in diesem Maße durchgezogen hatten. In unserer Vorstellung würden wir die Kinder auf einem kleinen Platz zusammen trommeln. Es war uns leider nicht möglich gewesen eine genaue Zahl der Kinder geschweige denn ihr Alter im Vorfeld heraus zu finden, deshalb waren wir umso gespannter, ob wir einigermaßen richtig geschätzt hatten.

In der Verwaltungshütte im Zentrum des kleinen Dorfes warteten wir darauf, dass hoffentlich wenigstens ein paar Kinder eintreffen würden. Nach gefühlt lediglich einem Anruf begannen plötzlich immer mehr Kinder sich in der kleinen Hütte einzufinden. Der nicht enden wollende Strom ließ uns ahnen, dass es schwierig werden würde eine faire Aufteilung der Spielsachen zu schaffen.

Wir baten die Kinder nach draußen vor unser Auto. Obwohl sie sich zuerst brav in einer Reihe aufstellten, die unter Mädchen und Jungs geteilt war, brach schon nach wenigen Momenten das Chaos aus. Es kam der Erfahrung unseres gemeinsamen Arbeitens auf den Volksfesten in Bayern sehr nahe, der einzige Unterschied war, dass nicht von allen Seiten nach Bier, sondern nach Spielzeug geschrien wurde. Jeder Junge wollte ein Matchboxauto haben und jedes Mädchen eine Puppe. Trotz der vielen Gedanken, die wir uns im Vorfeld gemacht hatten, ging unser Plan, der die Kinder in Altersgruppen unterteilt hatte, nicht auf. Ob vier oder zehn Jahre, sie alle wollten das gleiche haben. Es begann sich Unfrieden zwischen den Kindern zu entwickeln und wir entschlossen uns, die verbliebenen Spielsachen den Eltern zu übergeben, die mitgekommen waren.

Auf unsere Frage, wer zu einer Familie gehöre, wurden wir ein wenig fragend angeguckt und uns dann lachend erklärt, dass alle mindestens entfernt miteinander verwandt sind. Dieses Wissen beruhigte uns ein wenig, da sie zusätzlich versicherten, dass spätestens nach einer Woche die Spielsachen untereinander geteilt werden würden.

Diese Erfahrung hat uns viel gelehrt und wir haben bereits einen Plan, wie solche eine Aktion das nächste Mal besser laufen könnte. In Zukunft werden wir es mit geschlossenen Tüten versuchen, in welche die Kinder keinen Einblick haben und jedem eine Tüte in die Hand drücken. Außerdem wird unser Fokus auf Puppen und Spielzeugautos liegen 😊 Falls ihr Anregungen oder Erfahrungen habt, bitte teilt sie gerne mit uns!

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