Auto Umbau

Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte! Für alle die es interessiert was wir an unserem Auto so alles gemacht haben, klickt euch gerne einmal durch die Bilder.

Es wird wahrscheinlich eine Lebensaufgabe unser Heim auf Räder zu perfektionieren also schaut bei Interesse gerne wieder einmal hier rein. Updates folgen!

 

Und jetzt für alles die es genau wissen wollen:

 

Bei unserem Fahrzeug handelt es sich um einen VW T4 Bus mit Allrad und langem Radstand. Gebaut wurde es 1995 und der Kilometerstand lag bei ca. 190.000 km.

 

 

Schritt 1: Innenraum Rostfrei machen
Da bei unserem Fahrzeugkauf das Schiebefenster hinterm Fahrersitz undicht war, stand die komplette Fußmatte der Ladefläche unter Wasser. Um bleibende Schäden zu vermeiden, haben wir als aller Erstes die zwei hinteren Sitzreihen ausgebaut und die Bodenmatte entsorgt.

 

 

Schritt 3: Dämmen des Innenraums
Da das Auto jetzt von innen rostfrei war, konnten wir mit der Isolierung der Karosserie beginnen. Es sollte versucht werden, jede mögliche Nische der Karosserie von innen mit der Dämmmatte zu bekleben, um zu verhindern, dass das nackte Metall Kälte in
den Innenraum abstrahlt. Nach ausgiebigen Recherchen haben wir uns dazu entschlossen die 1,8 cm dicke Dämmmatte von Isotec zu verwenden und diese mit einem Mehrkomponentenkleber zu fixieren. Natürlich war das eine sehr mühsame Aufgabe, gerade weil wir vom Boden über die Seitenwände, die Hinteren zwei Fenster und die Decke alles gedämmt haben, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Im Vergleich zu vorher herrscht ein sehr angenehmes Klima im Fahrzeuginneren, wobei natürlich gesagt werden muss, dass es äußerst schwierig ist, wirklich jede kälteabstrahlende Fläche zu bekleben.

 

Schritt 5: Bau des Regals

Grundsätzlich sollte man sich vor dem Bau des Regals grob überlegen für was dieses Platz bieten soll und was man darin verstauen möchte. Da wir beide großen Wert auf gutes Essen legen und deswegen Spaß am Kochen haben, waren wir uns relativ schnell einig, gerne auf ein bisschen Stauraum zu verzichten, wenn wir stattdessen einen Kühlschrank und eine halbwegs gute Kochmöglichkeit verbauen können. Nach langen Recherchen im Internet und nach dem Durchforsten etlicher Internetblogs und Warentest sind wir zu dem Entschluss gekommen uns das Kühlschrankmodell TropiCool TC 35FL des Herstellers DOMETIC anzuschaffen. Es handelt sich dabei um eine rein elektrische Kühlbox, die sowohl mit 12 V Gleichstrom als auch mit 220 V Wechselstrom betrieben werden kann. Der Stauraum beträgt 33 Liter und reicht für uns völlig aus. Der Energieverbrauch liegt bei etwa 45 Watt. Als Herd dient uns eine mit zwei Flammen ausgestattete Platte, die ganz gewöhnlich mit Propan betrieben wird und uns von einem Freund der Familie geschenkt wurde.

Beim Bau des Regals haben wir erstmal versucht die rechte und linke Außenwand so weit wir möglich an den Rändern der Grundplatte zu verschrauben, um zwischen ihnen den maximalen Platz für Kisten und ähnliches schaffen zu können. Um bestmöglich an den Inhalt des Kühlschranks zu kommen, haben wir uns überlegt ihn auf eine Schublade zu stellen. Da wir aber trotzdem bei schlechtem Wetter auch von innen an die Lebensmittel herankommen wollen, haben wir nach oben hin gerade so viel Platz gelassen, dass der Deckel der Box weit genug geöffnet werden kann, um mit einer Hand etwas herausholen zu können.

Der nächste Schritt bestand darin einen ausklappbaren Tisch an der Grundplatte des Regals zu verbauen. Die Breite des Tisches wählten wir so, dass auch im hochgeklappten Zustand der sich auf der linken Seite befindende Kühlschrank bedient werden kann und dass rechts noch ein kleiner Frischwassertank Platz findet. Die Länge der Tischplatte ist durch die Höhe des Autos beschränkt worden und musste so gewählt werden, dass er sich noch einklappen lassen konnte. Als Tischbein dient ein höhenverstellbarer Aluminiumfuß, der über ein Scharnier mittig am Ende des Tisches montiert wurde. Der Tisch dient gleichzeitig als Rausfallschutz für die sich hinter ihm befindlichen Kisten, in denen unsere Lebensmittel verstaut sind. Der Tisch wird im eingeklappten Zustand mit zwei Harken fixiert.

Die anschließende Herausforderung stellte der Einbau der Herdplatte dar. Wir wollten sie natürlich möglichst platzsparend verbauen, aber auch so, dass wir möglichst gut an sie herankommen und auf ihr Kochen können. Sie soll uns trotzdem nicht im Weg umgeht, wenn wir den Tisch für etwas anderes als zur Essenszubereitung nutzen wollen. Die Lösung war eine ausziehbare und hochklappbare Herdplatten Montage mit der Propanflasche direkt daneben. Für uns persönlich stellt dieser Einbau eines der Highlights unseres Umbaus dar.

Nachdem der Einbau der Kühlbox und des Herds sowie der Gasflasche erledigt war, haben wir die Regalbretter montiert. Dabei haben wir den Abstand zwischen den Regalbrettern an den Abmessungen der Kunststoffkisten ausgelegt, die wir uns für unser Regal ausgesucht haben. Auf der Innenseite verhindern 1 cm dicke Aluminiumrohre das Herausfallen der Boxen. Zum Schluss haben wir an die Außenseiten des Regals noch ein paar Harken festgeschraubt, an denen wir Pullis und Jacken aufhängen können.

Schritt 7: Bau der Dachbox

Aus mehreren Gründen haben wir uns in den Kopf gesetzt, dass wir unbedingt eine Dachbox brauchen. Einer der wichtigsten Punkte war natürlich der zusätzliche Stauraum, den wir dadurch gewinnen. Aber daneben gibt es noch weitere Vorteile, die uns die Dachbox verschafft. Zum einen dient sie als guter Wärmeschutz, da die Sonne nicht mehr direkt aufs Autodach knallt, sondern einen Großteil ihrer Energie schon am Dachboxdeckel verliert. Zum anderen bietet sie einen guten Montageplatz für unsere Solaranlage, die man dann sogar bei geöffnetem Deckel in eine flach stehende Sonne ausrichten kann.

Das Grundgerüst der 2 m langen und 1,5 m breiten Dachbox ist aus 2 cm dicken Aluminium Vierkantrohren gemacht. Diese sind an ihren Ecken mit Kunststoffelementen verklebt. Der Boden der Box besteht aus 16 Vierkantrohren und die Seitenwände bestehen aus 2 mm dicken Aluminiumblechen, die an das Grundgerüst genietet wurden. Der Deckel hat seinen eigenen Vierkantrohrrahmen und ist über Scharniere mit der Box verbunden. Um das Öffnen und Schließen des Deckels zu vereinfachen, wurden zwei Gasdruckheber verbaut. Damit der Deckel während der Fahrt geschlossen bleibt, gibt es 3 Verschlüsse und um zu verhindern, dass sich Unbefugte an unseren Sachen bedienen, wurde Platz für zwei Schlösse geschaffen. Alles in allem sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden, auch wenn es definitiv sehr viel Arbeit war und einer der kostspieligsten Punkte des Umbaus.

 

Schritt 2: Innenraum lackieren

Durch die hohe Feuchtigkeit unter der Matte war der offengelegene Karosserieboden sehr rostig, was dazu führte, dass wir ihn fast komplett abgeschliffen haben und mit einem Antirostlack versiegelt haben, um späteren Rostproblemen vorzubeugen.

 

 

 

 

Schritt 4: Bau des Grundgerüsts des Innenausbaus
Nicht ganz einfach war die Planung des Grundgerüsts für den Innenausbau, da hier relativ viel Improvisationsarbeit nötig war. Letztendlich haben wir die Holzkonstruktion an 5 Punkten(Punkt 1 direkt hinterm Fahrersitz, Punkt 2 und 3 jeweils an der ehemaligen Gurtaufhängung über den hinteren Radkästen und Punkt 4 und 5 ganz hinten vor der Kofferraumklappe unter dem hinteren Ende der hinteren Fenster) mit der Karosserie verschraubt und ansonsten auf Holz Füße gestellt. Durch
jede Querverstrebung hat der Aufbau nach und nach an Stabilität gewonnen, sodass jetzt kein Zweifel mehr an seiner Robustheit besteht. Gleichzeitig verhindern die Querverstrebungen ein Durchfallen der Lattenroste, falls man diese anhebt, um darunter gelagertes Gepäck zu erreichen. Als Grundplatte für das Regal im hinteren Fahrzeugteil haben wir eine 1,8 cm Dicke Multiplexplatte mit dem Grundgerüst
verschraubt um auch hierfür maximale Stabilität zu erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schritt 6: Ausbau des Schlafbereichs

Da wir fast ein halbes Jahr durchgehend in unserem Camper schlafen werden, war es uns sehr wichtig, dass wir ihn mit einem bequemen Schlafplatz ausstatten. Dafür wurden auf zwei robuste Lattenroste zwei hochwertige Hartschaummatratzen gelegt. Die Konstruktion wurde so verfeinert, dass sich der Lattenrost samt Matratze, der sich auf der Fensterseite des Schlafbereichs befindet, an fest getackerten Maschen zum Fenster hin so aufrichten lässt, dass er als Rückenlehne dient, wenn man den anderen Lattenrost samt Matratze bis auf Anschlag heranschiebt. Die so entstehende Couch soll eine Sitzgelegenheit für Tage mit schlechtem Wetter bieten. Damit man in solchen Situationen auch im Auto entspannt Essen zubereiten kann, haben wir direkt neben der Schiebetür einen weiteren Klapptisch verbaut, der auf einem Regalfach montiert ist. Das Regalfach sorgt dafür, dass der Tisch im heruntergeklappten Zustand die nötige Höhe besitzt. Unter dem Bett befindet sich durch diese Bauweise zudem ein weiterer sehr gut zugänglicher Stauraum. Nach der Montage von zwei Vorhängen, deren Aufhängung große Kreativität erforderte, war der Ausbau des Schlafbereichs beendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schritt 8: Auslegung und Installation der Solaranlage

Die Lehrinhalte des Energiewirtschaft und Energietechnik Studium von Dominik konnten hier endlich mal praktisch angewendet werden. Zunächst haben wir eine Liste mit den Endgeräten zusammengestellt, die wir auf unsere Reise mitnehmen wollen und deren Energieverbrauch herausgesucht. Das Stromnetz sollte so ausgelegt werden, dass es nicht zusammenbricht, wenn mehrere der Geräte gleichzeitig geladen werden. Außerdem sollte die Energie auch bei ein paar Regentagen nicht gleich ausgehen, sodass wir uns für zwei 100 AH Autobatterien als Energiespeicher entschieden haben. Da wir keinen Wechselrichter installieren wollten, bestand unsere nächste Aufgabe darin, für alle Energieverbraucher Ladegeräte zu erwerben, die deren Akkus bei 12 V Spannung mit Energie versorgen können. Zur Energiegewinnung legten wir uns zwei 100 W Solarpanele der Firma Bosswerk zu, die in Reihe geschaltet sind, damit sich die Spannung der beiden Module addiert und auch bei bedecktem Himmel dafür gesorgt ist, dass die Spannung der Module höher als die der Autobatterien ist und ein Ladevorgang stattfinden kann. Es muss einem natürlich bewusst sein, dass dann der Strom nur halb so hoch ist, als bei parallel geschalteten Modulen, wobei am Laderegler die Spannung auf die der Autobatterie angepasst wird und sich der Stromfluss gemäß der Formel P = U * I wieder erhöht. Bei guten Bedingungen im Volllastbetrieb können die zwei als Speicher dienenden Autobatterien innerhalb von zwei Tagen vollladen werden. Um bei den Autobatterien eine höhere Kapazität zu erhalten, sind diese parallel geschalten. Zum Abgreifen der Energie ist eine Buchse mit drei 12 V Standard Zigarettenanzünder Ausgängen sowie vier 5 V USB (davon zwei 1A und zwei 2A) Ausgängen verbaut. Schon ist in unserem Camper für eine ausreichende Energieversorgung gesorgt.

Umschreibung PKW zu Wohnmobil

Um Steuern zu sparen, überlegen viele, dass sie sich den Umbau des PKW zum Wohnmobil im Fahrzeugschein umschreiben lassen. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten! Zu aller erst muss gesagt werden, dass man zu einem gewissen Anteil vom Prüfer abhängig ist, der den Umbau abnimmt. Grundsätzlich ist es so, dass das Fahrzeug einen Schlafplatz enthalten soll, dass es wohnlich eingerichtet ist, eine fest installierte Kochstelle zur Verfügung steht und für Stauraum sowie einen Tisch gesorgt werden muss.

Wichtig ist dabei, dass der Gasherd inklusive Schlauchs und Flasche von einem zertifizierten Prüfer auf Dichtheit getestet wird und die Bestätigte Abnahme dringend bei zur Umschreibung erforderlich ist. Die Gasflasche muss dabei in einem verschließbaren, abgedichteten Kästchen aufrecht und sicher verstaut sein. Außerdem muss sich im Boden des Kästchens ein 10 cm auf 10 cm großes Loch befinden, dass aus dem Fahrzeug herausführt, damit unter Umständen austretendes Propan nicht im Fahrzeug bleibt.

Falls alle Vorgaben erfüllt sind, sollte der Umschreibung nichts mehr im Wege stehen. Wir haben die Gasflasche leider nicht ordnungsgemäß verbaut, sodass bei uns keine Umschreibung möglich war.

Bei fragen und Anregungen schreibt uns gerne unten ein Kommentar und wir werden uns schnellstmöglich um eine Antwort bemühen 🙂

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